Bild: LierHH

 

Allgemeinverfügung zum Abschuss von Kormoranen und zur Verhinderung der Neugründungen von Brutkolonien bis 2027 verlängert

 

Konsens beim "Runden Tisch" in der Regierung der Oberpfalz erzielt

 

 

Regensburg. Aufgrund der im Regierungsbezirk Oberpfalz weiterhin vorhandenen Kormoranproblematik hat die Regierung der Oberpfalz die Geltungsdauer der bestehenden Allgemeinverfügung zum Abschuss von Kormoranen und zur Verhinderung der Neugründung von Brutkolonien vom 25. Mai 2010, unter Anpassung an die Geltungsdauer der Artenschutzrechtlichen Ausnahmeverordnung (AAV) der Bayerischen Staatsregierung, bis zum 15. Juli 2027 verlängert. Die Bekanntmachung erfolgt im Regierungsamtsblatt vom 27. April 2018.

Zum Schutz der besonderen Teichkultur in der Oberpfalz, zur Vermeidung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz gefährdeter Fischarten bedarf es über § 1 der AAV hinausgehender Regelungen zur Vergrämung von Kormoranen. Dies regelt die Allgemeinverfügung vom 25. Mai 2010, die jetzt in Abstimmung mit dem Naturschutzbeirat der Regierung der Oberpfalz und den beteiligten Verbänden und Interessensgruppen bis zum 15. Juli 2027 verlängert wurde.

Regierungspräsident Axel Bartelt hatte im Vorfeld der Verlängerung der Allgemeinverfügung zu einem "Runden Tisch" in der Regierung der Oberpfalz eingeladen, um gemeinsam eine einvernehmliche Lösung im Umgang mit der Kormoranproblematik für die nächsten Jahre zu finden. Neben Landrat Thomas Ebeling (Landkreis Schwandorf), dem 2. Bürgermeister der Stadt Eschenbach Karl Lorenz, Vertretern der Landratsämter Tirschenreuth und Neustadt a.d. Waldnaab, dem Kormoranbeauftragten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) für Nordbayern Tobias Küblböck, Mitgliedern des Naturschutzbeirats der Regierung der Oberpfalz und Vertretern der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung der Oberpfalz, waren auch die Vertreter der Fischereiverbände, der ARGE Fisch Tirschenreuth, der Teichgenossenschaft Oberpfalz, der Fachberatung für Fischerei beim Bezirk Oberpfalz und des Landesverbandes für Vogelschutz in die Regierung der Oberpfalz gekommen. Am Ende waren sich die Beteiligten einig, dass die seit 2010 bestehende Allgemeinverfügung unverändert weiter gelten sollte.

Die Allgemeinverfügung vom 25. Mai 2010 mit dazugehöriger Pressemitteilung vom 10.06.2010 kann im Internet auf der Website der Regierung der Oberpfalz www.regierung.oberpfalz.bayern.de unter der Rubrik „Umwelt/Umwelt, Natur“ im Abschnitt „Genehmigungen/Abschuss von Kormoranen“ abgerufen werden. Die Bekanntmachung der Verlängerung dieser Allgemeinverfügung vom 27.04.2018 ist ab 27.04.2018 auf der Website der Regierung unter der Rubrik „Umwelt/Umwelt, Natur“ im Abschnitt „Aktuelles“ eingestellt.

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Kormorane sind in der Oberpfalz an allen Gewässer anzutreffen. Dies in erheblichen Stückzahlen, es bilden sich Schwärme bis zu 150 Exemplare. Die Vögel wissen, wo es für sie Nahrung gibt. Unsere Teichwirte können einen Lied davon singen. Bei geschlossener Eisdecke besuchen die Wasserraben die Fließgewässer, dabei geht es oftmals in die kleinsten Bäche. Das Ergebnis in allen Gewässern: erhebliche Reduzierung der Fischbestände. Teichwirte können am ehesten die Zahlen angeben: bis zu 80 % der Bestände werden weggefressen. In den Fließgewässern werden Fischbestände vor allem an den Gumpen und den  Wintereinständen reduziert.  Hier bilden sie wohl eine   Nahrungskonkurrenz zu Reiher, Mink und Fischotter, andererseits werden die Bestandslücken noch größer.

 

Daß ein gemeinsames bejagen der Wasserraben den größten Erfolg bringt, beweisen verschiedene Aktionen. Wichtig ist, dass sich nicht nur vereinzelte Jäger oder ein Revier beteilgt. Die Breite bringt den Erfolg. Dazu benötigen wir Fischer einen guten "Draht" zu den Jagdberechtigten und müssen sie auch um Hilfe bitten. Hier geht es zu den Jägern der Oberpfalz

Das Ausmaß muss uns Fischern klar sein:

Das Vorkommen von 100 Kormoranen bedeutet durchschnittlich den Futterbedarf von 1 Zentner Fisch. Pro Tag!

Von der erfolgreichen Vergrämung berichten u.a. "Die Isarfischer" in Bayerns Fischerei + Gewässer Nr.2/2017:

...Seit 2012 wird die Strecke von vier Jägern nahezu täglich im Wechsel, mit Schwerpunkt im Winterhalbjahr, befahren und die Kormorane mittels Abschuß gemäß den Vorgaben der AAV vergrämt. Bei der Effektivität der Vergrämung in einer Gewässerstrecke kommt es nach den Erfahrungen der Isarfischer nicht auf die Zahl der erlegten Kormonane an, sondern vielmehr auf die dauerhafte Präsenz der Jäger....

Es wird berichtet, dass auch bereits "Spaziergänger" mit Stock eine vergrämende Wirkung haben.  Das könnten gerade im Winter auch die Angelfischer leisten bzw. beitragen.....

 

 

Hilfen und Infos zu den derzeitigen Bestimmungen gibt es hier:

 

 

Tobias Küblböck

Dipl. Ing. silv. (univ.)

Kormoranmanagement für Nordbayern

 

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Institut für Fischerei (IFI)

Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft

Greiendorfer Weg 8

91315 Höchstadt an der Aisch

 

Tel.: +49 0 9193/50890-14

Fax: +49 0 9193/4414

E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

AAV Bayern Kormoran

 

Weitergehende Abschußmöglichkeiten regelt die

Erweitere Allgemeinverfügung Regierung der Oberpfalz

 

 

Eine gute Informationsquelle stellt die DVD "Der Fall Kormoran" (45 min) des Landesfischereiverbandes Bayern dar. Die Reportage setzt sich mit dem Konflikt zwischen Vogelschutz und den Interessen der Fischerei auseinander. Zu Wort kommen Teichwirte, Experten und Verbandsvertreter aus Fischerei und Naturschutz. Beeindruckende Bilder verdeutlichen den Fraßdruck des Kormorans in Teichen u. natürlichen Gewässern.