Der Biber kommt in der Oberpfalz inzwischen flächendeckend vor.

Seinem Auftritt wird oftmals nachgesagt, dass er neue Lebensräume schafft.

"Betrachtet man den Sachverhalt etwas differenzierter, dann zeigt sich, dass der Biber nicht neue Lebensräume schafft, sondern bestehende Lebensräum verändert.

Aus einem Fließgewässer werden durch die Biberdämme Stauhaltungen, was den Wasserrahmenrichtlinien nicht entspricht, weil die lineare Durchgängigkeit der Gewässer unterbunden wird.                                                                  Strömungsliebende Fische und andere rheophile Tierarten verschwinden. In den neu entstandenen Vernässungsbereichen bildet sich nur für temporär wassergebundene Tierarten ein neuer Lebensraum, wie etwa für Wasservögel, Amphibien und Libellen.

Durch das Überstauen von Wiesen verlieren diese ihre ökologisch wertvolle Eigenschaft als ,,Blühwiese". Blumen und seltene Orchideen verschwinden und mit ihnen viele gefährdete Tierarten, wie z. B. viele Bienenarten, Kleinschmetterlinge, Käfer und Spinnen.

Durch das Überstauen von Waldflächen werden aus dem "neuen, vernässten Lebensraum" alle Tierarten vertrieben, die auf trockenen Böden leben, wie Hasen, Rehe, Fuchs, Dachs, Marder, Wiesel und alle bodenbrütenden Vogelarten.

Es wird also in den sog. »neuen Lebensräumen" nicht die Artenvielfalt gefördert, sondern die Artenzusammensetzung dauerhaft verändert und erheblich vermindert. Die wenigen bevorteilten Tierarten werden oberhalb der Wasseroberfläche häufiger beobachtet, was zu dem Trugschluss führt, es habe die Artenvielfalt zugenommen.Ein lrrtum. Nur die Menge einzelner Tierarten hat zugenommen, die Artenvielfalt dagegen hat abgenommen - eine häufige Verwechslung von Quantität und Qualität in der Natur!"

aus Fischer & Teichwirt 08/2015 Dr. Dieter Piwernetz

 

Durch seine ernorme Bautätigkeit bringt er oftmals Land- und Teichwirte in Schwierigkeiten. Hier wurde der Mönch regelrecht zugemauert, er mußte per Hand ausgegraben werden.                                                                                      Ein normales Absenken des Wasserspiegels durch Ziehen der Bretter war nicht mehr möglich. Die Mühen und Frust waren erheblich.

Quelle: StMUV 19.02.2016

Die Schadenssummen wurden von der Teichwirtschaft in 2015 gemeldet. Kosten bei Fischereivereinen sind derzeit dabei nicht enthalten. Warum eigentlich???

Unser Landesfischereiverband ist an einer Meldung/Erfassung von Schäden interessiert und bittet um Rückmeldung.

 

Durch das Einstauen können sich u.a. Sohlstrukturen bei Fließgewässern verändern. Wegen der fehlenden Durchgängigkeit setzten sich Sedimente ab, damit gehen evtl. Laichplätze von Salmoniden verloren.

 

Der Gesetzgeber hat -ähnlich wie beim Kormoran - eine Ausnahmeregelung für das an sich geschützte Tier erlassen.

§ 2

Ausnahmen für Biber

(1) 1Zur Abwendung erheblicher wirtschaftlicher Schäden sowie aus Gründen der öffentlichen Sicherheit wird nach Maßgabe der Abs. 2 bis 7 abweichend von § 44 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 BNatSchG gestattet, Bibern (Castor fiber) in der Zeit vom 1. September bis 15. März nachzustellen, sie zu fangen und zu töten. 2Abweichend von § 44 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG dürfen Biberdämme, soweit besetzte Biberburgen nicht beeinträchtigt werden, und nicht besetzte Biberburgen beseitigt werden.

Weitere, wichtige Details zu der gesetzlichen Regelung gibt es hier

Die Adressen von Bibermanagern erfahren Sie beim zuständigen Landratsamt.

Zusammen mit dem Bibermanager können Schadensregulierungen oder auch Entnahmen besprochen und beantragt werden. Ausnahmeregelungen können bis zu 3 Jahre erfolgen!