Zu unseren aktuellen Infoveranstaltungen hier eine Empfehlung eines TV-Berichtes zu dem sozialen Fischen des Vogels:

 

https://www.arte.tv/de/videos/057810-003-A/fischdieb-oder-suendenbock-kormorane/

 

Der Begleittext:

Der Kormoran ist ein unübertroffener Fischjäger und ein beneideter Meister seines Fachs, aber er ist auch ein willkommener Sündenbock, der für ökologische Phänomene herhalten muss, die sich sonst nur schwer erklären ließen. Ob auf Sardinien, in Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern: Fischer und Teichwirte beklagen sich über die dreisten Fischräuber.

Sardische Fischer sehen 10.000 Kormorane über die Lagunen ziehen und glauben dadurch ihre Fischgründe gefährdet. Fischern in Mecklenburg-Vorpommern sind Naturschutzgebiete suspekt: Ungestört können dort Tausende Kormorane brüten oder rasten und Jagd auf Fische machen. Ein Angler in Bayern hat es nur mit ein paar Hundert Kormoranen zu tun. Auch er beobachtet drastische Rückgänge bei den Fischarten. Dann gibt es noch überall in Europa die Teichwirte. Ihre Fischzucht ist für den Kormoran besonders leicht zugänglich. Deshalb sind bereits eine Handvoll Kormorane für sie eine Katastrophe. Kormorane sind sogenannte Nahrungsopportunisten. Sie jagen, was am leichtesten verfügbar ist, und zwar mit unschlagbaren Methoden. So hat der Biologe Stefano Volponi auf Sardinien das soziale Fischen der Kormorane beobachtet: Während etwa die Hälfte der Vögel durch Flügelschlagen einen Fischschwarm zusammenscheucht, kann die andere Hälfte die Fische bequem fangen und fressen. Nach einiger Zeit wechseln sich die Gruppen ab. In ganz Europa ärgern sich die Fischer über den in ihren Augen bestens angepassten, dreisten Fischräuber und fordern seinen Abschuss. Was sie nicht berücksichtigen: Kormorane sind Zugvögel. So gibt es derzeit 170.000 Brutpaare im nördlichen Ostseeraum, die durch ganz Europa zu den für sie günstigsten Fischgebieten ziehen. Verschiedene Forschergruppen versuchen, Gesetzmäßigkeiten und Rückschlüsse aus dem Zugverhalten und vermeintlichen Nahrungsvorlieben abzuleiten. Doch der Kormoran lässt sich so leicht nicht fassen. Zu genial, zu schnell agiert er in seiner Anpassungsfähigkeit.

Der Bericht ist bis 10.11.2017 aufrufbar.